Grunderwerbsteuerreform 2016

Erben und Schenken von Immobilien in der Familie, wird ab Anfang 2016 großteils steuerlich teurer. Details regelt eine Finanzverordnung zur Änderung der Grunderwerbsteuer (GrESt).

Zudem steigt die Immobilienertragssteuer für entgeltliche Immobiliengeschäfte von 25 auf 30 Prozent.

Schon im Mai mit der Steuerreform 2015 fixiert, wurde die Erhöhung des Steuersatzes der Immobilienertragssteuer (Immo-ESt) für einen entgeltlichen Erwerb, sofern die Gegenleistung zumindest die Hälfte des Verkehrswerts des übertragenen Grundstücks erreicht.

Anstelle des von 25 auf 30 Prozent angehobenen besonderen Steuersatzes für Veräußerungsgewinne bei Grundstücksverkäufen (was für Altfälle durchgerechnet 4,2 statt bisher 3,5 Prozent effektive Steuerbelastung bedeutet) kann auf Antrag auch der allgemeine Steuertarif (25 bis 55 Prozent) angewendet werden.

Der bisherige Inflationsabschlag ist - bei privaten und betrieblichen Immobilienveräußerungen - ab 1.1.2016 nicht mehr zu nutzen, er wurde abgeschafft. Der Wegfall führt zu einer erheblichen Erhöhung der Immobilienertragssteuer für den Neubestand, also bei einer Anschaffung ab dem 1. April 2002.

 
Steuersatz erhöht sich mit Grundstückswert

Bei unentgeltlicher Weitergabe von Liegenschaften, Häusern und Eigentumswohnungen fällt keine Immobilienertragssteuer an, dafür verkompliziert - und erhöht - sich ab Anfang 2016 die Grunderwerbsteuer beim Vererben oder Verschenken. Zur Ermittlung der Grunderwerbsteuer sind mehrere Möglichkeiten vorgegeben - überwiegend wird es teurer.

Bisher galt der dreifache Einheitswert der Immobilie als Bemessungsgrundlage - und darauf zwei Prozent Grunderwerbsteuer.

Ab 1. Jänner 2016 wird der „Grundstückswert“ als Basis herangezogen.

    Für die ersten 250.000 Euro Grundstückswert beträgt der Steuersatz künftig 0,5 Prozent,
    für die nächsten 150.000 Euro 2,0 Prozent und
    darüber hinaus - also über 400.000 Euro - dann 3,5 Prozent.

 
Mehrere Berechnungsmöglichkeiten

Für die Grundstückswertberechnung erlaubt das Finanzministerium folgende Möglichkeiten:

    Ein „Pauschalwertmodell“ nach einer komplexen Formel oder
    Werte aus einem Immobilienpreisspiegel.

Bis Ende 2016 ist das der Preisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), ab 1.1.2017 ein noch nicht existenter Immo-Preisspiegel der Statistik Österreich.

    Als dritte Option kann man auch per Schätzgutachten den Grundstückswert ermitteln lassen.

 
Transaktionen zusammengerechnet

Zur Steuersatzermittlung werden alle Übertragungen zwischen denselben Personen innerhalb eines Fünfjahreszeitraums zusammengezählt - wenn etwa Vater und Mutter ihre Anteile am gemeinsamen Haus, das ihnen je zur Hälfte gehört, zu unterschiedlichen Zeiten ihrem Sohn schenken.

 
Erweiterter Begünstigtenkreis

Der Begünstigtenkreis für unentgeltliche Übertragungen wird geändert, nämlich auf Geschwister oder Nichten oder Neffen erweitert.